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Hardcore ist real
Sonntag, 18 Juni 2006

Interview mit Sascha Franzen von Alveran Records  

Sascha Franzen (31) hat vor zehn Jahren Alveran Records gegründet.
Aus Idealismus und der Liebe zur
Musik ist das Label entstanden. Damals steckte Sascha alles Geld, das er locker machen konnte, in das junge Unternehmen. Heute beschäftigt er sieben Mitarbeiter, und sein Hobby ist zum Beruf geworden. Obwohl man in seinem Fall eher von Berufung als von Beruf sprechen sollte, denn er fühlt sich immer noch den alten Hardcore-Idealen verpflichtet. Trotzdem schafft er den Spagat, seinen Werten treu zu bleiben und zudem Geld zu verdienen.

 Was ist positiv an der Arbeit bei Alveran Records?

Positiv ist definitiv, dass man jung bleibt, weil du dich den ganzen Tag mit jungen Leuten auseinandersetzt. Es ist schon was anderes, wenn du diese Art von Musik hörst oder machst, als irgendwelche Chartmusik. Mittlerweile hat sich mein ganzes Leben danach ausgerichtet.

Wie beurteilst du die Entwicklungen in der Szene?

In den letzten drei Jahren ist die Szene wesentlich größer geworden. Jetzt haben wir die Möglichkeit, bei einer vernünftigen Planung und einem geschickten Handling eine Firma aufzubauen, in der ein paar Leute arbeiten können und einen coolen Job haben.


Was verdankst du dem Hardcore?

Durch Hardcore habe ich die Welt gesehen, weil ich bei Nyari gesungen habe. Dafür danke ich der Musik. Ich konnte Europa sehen - und zwar kostenlos. Wir waren auf Tour in Spanien und England. Ich habe eigentlich jedes Land in Osteuropa gesehen, und wir waren im Süden Europas.

Negativ ist, dass, egal wie groß die Szene wird, Hardcore-Ideale verloren gegangen sind. Vieles beschränkt sich auf Business und Geldverdienen. Wobei ich eigentlich sagen muss, dass es auch für uns sehr wichtig ist. Vor allem, da ich die Verantwortung für sieben Leute habe, die hier für mich arbeiten. Da muss man darauf achten, dass man wirtschaftlich ein gutes Händchen hat.

Wie ist der Kontakt mit Eulogy Records zustande gekommen, und wie läuft es?

Ich habe John damals einfach angesprochen. Lass uns mal was zusammen auf die Beine stellen. Er war unzufrieden mit der Situation in Europa - wie es bis dahin für ihn gelaufen ist. Ich kannte ihn schon von Morning Again. Wir haben beide gesagt, die Bands haben Potenzial und haben uns gegenseitig geholfen. Und es läuft wirklich gut. Bands wie Evergreen Terrace haben durch unser Zutun in Europa gut Fuß gefasst.

Kannst du mit dem Label deinen Lebensunterhalt bestreiten?

Geld ist nicht alles im Leben. Zwar habe ich gewisse Privilegien und kann meinen Lebensunterhalt damit bezahlen, aber dafür habe ich auch einen 14 bis 16 Stunden Tag und muss viel dafür aufgeben.

Was sind die Unterschiede zwischen der Szene in Europa und den USA?

Ich beneide Amerika für die Gegebenheiten. Wir stecken hier noch in den Kinderschuhen. In den USA hast du die Möglichkeit, ein paar hunderttausend Einheiten mit der Musik zu verkaufen. Eine Tour wie die Ozzfesttour, die in Amerika möglich ist, die wäre hier in Europa nicht realisierbar. Und das ist eine Tour, die Hardcore in kommerzieller Hinsicht in den USA ziemlich gepusht hat.

Wie ist die Idee für das Pressurfest zustande gekommen?

Ich hatte Bock darauf. Ich war auf dem Hellfest 2002 und war stark beeindruckt, dass man es schafft, so viele verschiedene Bands unter einen Hut zu kriegen. Es soll die europäische Version vom Hellfest werden.

Warum steht ihr nicht auf dem Flyer vom Pressurfestival?

Ich muss nicht mit allem nach Außen treten. Die Leute müssen nicht wissen, dass ich dahinter stehe. Deshalb liest man nichts von uns auf Flyern.

Das Hellfest mischt diverse Musikrichtungen, warum nicht das Pressurfest?

Beim ersten wollten wir noch Metal und Hardcore mischen. Das funktioniert hier in Europa aber nicht. In den USA ist es möglich - zum Beispiel beim „New England Metalfestival“. Die Leute in Europa sind zu sehr gegeneinander. Die Metaler lehnen die Hardcore-Kids ab und schimpfen über kurze Haare. Und die Hardcore-Kids scheißen auf die Metaler und nennen sie langhaarige Bombenleger. Wir hatten schon ein geiles Line-Up, aber es kamen keine Metaler.

Wie ist deine Meinung zum Todesfall auf dem letzten Pressure?

Es tut mir leid für seine Familie. Ich habe lange mit mir kämpfen müssen, etwas zu organisieren, wo Leute sterben können. Das ist mir da bewusst geworden. Es kann immer wieder passieren und ist eine Sache, über die ich mir echt den Kopf zerbrochen habe, ob ich es weiter machen möchte. Aber ich habe mich jetzt entschieden, weiter zu machen, weil die Todesursache nichts mit der Show zu tun hatte. Es war halt einfach ein unglücklicher Unfall.

Warum hast du SMA zu den Geburtstagsshows eingeladen?

Weil wir ein HipHop Unterlabel machen werden. Für mich ist das eine humoristische Sache und eine Parodie. Selbst wenn viele Leute die Texte ernst nehmen und verachtend finden.

Internettauschbörsen haben weniger Auswirkungen auf die Verkaufszahlen im Hardcore. Woran liegt das?

Ich denke, zum einen liegt es am Preis, und zum anderen hast du Einblick in die Szene. Du hast Kontakt zu den Musikern, das ist mehr ein Kumpelverhältnis. Letztes Jahr auf der Resistence Tour standen Sick Of It All am Merchandise-Stand rum, und man konnte mit ihnen quatschen. Das gibt es woanders nicht. Wenn man eine CD kauft oder auf eine Show geht, weiß man, wohin das Geld geht - zu den Leuten, die die Musik machen. Das ist real.

Interview geführt von David Huth

 

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