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Congress - Interview
Mittwoch, 23 August 2006
congress5_320x200Die Belgier Congress werfen nach dreizehn Jahren das Handtuch. Ich bat Gitarrist Josh zum Interview, und er nahm sich wirklich viel Zeit, um meine Fragen zu beantworten.

Clama: Josh, nach dreizehn langen Jahren habt ihr euch dazu entschieden, Congress aufzulösen. Was war der Grund dafür? War es eine spontane Entscheidung, oder habt ihr schon lange darüber nachgedacht?

Josh: Nun, nachdem Tim (sang auf der letzten Congress CD „Reserrection„-m.b.) sich dazu entschlossen hatte, die Band zu verlassen, gab es für uns nur die Möglichkeit, Pierre (sang auf allen anderen CD`s-m.b.) wieder an Bord zu holen. Wir waren uns des Risikos bewusst, denn Pierre ist ein unsicherer Faktor der Band. Ich habe mir geschworen, wenn er erneut Mist baut, höre ich auf. Er tat es, und somit blieb mir nur die Option, die Band aufzulösen. Alles in allem gibt es uns aber auch zu lange, befürchte ich.

Clama: Ich kann mir gut vorstellen, dass ihr in all der langen Zeit eine Menge Höhen und Tiefen erlebt habt. Was waren die ganz besonderen Momente für dich?

Josh: Oh, zu viele, um alle zu nennen. Unvergessen bleibt das Ieper-Fest: Enorm positive Reaktionen für unsere damals unbekannte Band, die erste große Show mit Sick of it all: die Leute kauften sich unsere 7„, obwohl sie keinen Schallplattenspieler hatten. Unsere ersten Touren mit Neglect, Unbroken, Morning Again und All out war bleiben unvergessen. Die großen Festivals waren auch unglaublich: Dynamo, Graspop etc...

Hinzu kommt noch die Japan-Tour mit Integrity und unser Videodreh. Da wurde für uns ein Traum wahr. Alles in Allem bin ich aber sehr zufrieden und blicke mit Stolz auf meine Karriere zurück.



 Clama: Bitte sei doch so nett und sage rückblickend ein paar Worte zu eurer Diskographie.

Josh:

Demo: Aufgenommen in einem Saloon von einem Kerl, der keine Ahnung von harter Musik hatte.

Nach den ersten guten Auftritten machten wir ca. 220 Tapes in Eigeninitiative. Nicht einfach, das Tape heutzutage noch zu finden.

Euridium: Diese Platte brachte für Congress den Stein ins Rollen. Großartige Songs, perfekter Sound, schönes Layout. Für viele immer noch die besten Songs.

Blackened Presistance: Für uns der Durchbruch im Underground. Die Reaktionen der Metalzines waren überschwänglich. Amerika nahm Notiz von der belgischen Metal-/HC Szene. Ich erinnere mich, dass wir zu diesem Album nie eine Tour gespielt haben, aber einige große Metal Festivals mit viel Erfolg.

The other cheek: Nach dem großen Erfolg von Blackened wollten Goodlife (Label von Gongress-m.b.) schnellstmöglich eine neue CD veröffentlichen. Wir hatten aber nur fünf neue Songs, so fügten wir das rare Demo von 1993 als Bonus hinzu. Der Sound ist etwas besser ausbalanciert als auf unserer ersten CD, nur die Drums waren getriggert, was zu diesem Zeitpunkt nicht so toll geklungen hat. Einige der Songs sind sehr gut und werden auch heute noch live gespielt.

Angry with the sun: Die erste Platte, welche nicht unter dem „Straight edge Banner erschien. Einige Kids kehrten uns den Rücken zu, konnten aber der Brutalität und der Aussage dieser Platte nicht widerstehen. Unser Durchbruch in Holland und Frankreich. Nach dieser Platte begann es, im Fundament Congress zu bröckeln.

Stake through the heart: Das Album, welches ich am wenigsten mag. Songs, Produktion, Gesang, Texte, alles sieht so aus, als passe es nicht zusammen. Der erste Mix war okay, aber nachdem Tony`s (De Block, Produzierte bis dato alle Congress Platten-m.b.) Pc abstürzte, mussten wir alles komplett neu mischen, und es klang nie wieder so wie zuvor. Wir haben niemals wieder Stücke von dieser Platte gespielt. Böse Erinnerungen...

Reserection: Darauf bin ich am meisten stolz: Wir wechselten das Studio, und es zahlte sich aus. Die Songs hatten die gleiche Qualität wie die Songs aus der „Cheek“- oder „Angryphase“. Die Aussagen und Texte waren bedeutungsvoll. Das einzige Problem war Tims Stimme. Nach sehr vielen Konzerten war die Stimme kaputt und irreparabel. Das Album zeigt aber nach wie vor Qualität. Ich liebe es, die meisten Sachen davon live zu spielen. Eine gute Platte zum Abschied; sollten wir uns nicht dazu entschließen, unsere letzten neuen Stücke noch aufzunehmen.

Clama: Congress war eine der ersten europäischen Bands, welche HC mit Metal kombiniert hat. Das hat unzählige Bands inspiriert. Dazu habt ihr großartige Alben aufgenommen, seid in Japan und ganz Europa getourt. Trotzdem blieb der internationale Durchbruch aus. Wenn du noch einmal von vorne beginnen könntest, was würdest du anders machen?

Josh: Okay, als wir begonnen haben, hieß die Devise: „Do it yourself„. Wir buchten unsere Shows selber, veröffentlichten unsere eigenen Fanzines und druckten Shirts. Alles via Mail und Telefon. Heutzutage ist alles so groß wie möglich, und die Jugendlichen leben ihren HC Lifestyle hinter dem Computer. Das Internet war eine große Explosion für alle Gebiete, zeigt aber auch seine Nachteile auf. Auch ich würde heute mehr über das Internet machen und vielleicht für einige Jahre nur für die Band leben, ohne Arbeit und Kinder. Ich muss die Band und mein Privatleben immer unter einen Hut bekommen. Das ist auch der Grund, warum wir selten getourt sind oder mehr Shows in der Woche gespielt haben, was absolut notwendig ist, wenn eine Band populär werden will.

Clama: Ihr wart lange als Straight edge Band bekannt. habt dieses „Image„ aber nach der „Angry-CD„ ad acta gelegt. Was war der Grund dafür? Wie waren die Reaktionen darauf?

Josh: Nun, wenn ein Mitglied sich dazu entschließt, ist es notwendig, diesen Lifestyle zu fördern, wenn alle anderen auch dafür sind. Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied, wie du weißt. Wir entschlossen uns dazu, uns auf andere Dinge außerhalb des Straight edge zu konzentrieren, was in meinen Augen auch gut funktioniert hat, ohne unser Gesicht zu verlieren.

Clama: Eure Alben waren immer sehr abwechslungsreich. Metal Solies, Keyboards und Akustikgitarren rundeten das Gesamtbild ab. Ebenso gab es einen Technosong namens „Not meant to be„ auf eurer letzten Platte. Woher kam eure Inspiration, was für Musik hat euch inspiriert?



Josh: Ich bin seit Jahren ein „offener“ Musiker. Ich höre Stoner Rock, Black Metal, Electro Boday Musik, klassische Musik, Old School, Punk, Grunch, Dance techno und andere Richtungen. Was ich nicht mag, ist Hip Hop und Reggae, das bin nicht ich. All diese Musikarten und das tägliche Leben inspirieren mich, Texte zu schreiben. Filme gehören ebenfalls dazu, denn Filmmusik ist teilweise die beste Musik, die je geschrieben wurde. Ich spreche von Komponisten wie Mike Oldfield, Ennio Morricone, Howard Shore und John Williams. Ich ziehe den Hut vor Menschen, welche zeitlose Musik schreiben können.

Clama: Du bist einer der Gründer der legendären „H-8000“ Crew. Was war die Idee da hinter, und ist diese Crew noch aktiv?

Josh: H-800 Crew war der Name, den ich der westlichen Gegend von Flandern gab, wo die Hardcore Szene aktiv war. H8,buchstabiert hate, war das Gefühl für die Musik, die wir gemacht haben. Aktive Bands waren zu dieser Zeit Congress, Liar, Sektor, Vitality, Solid, Spineless, Firestone und viele andere. Die meisten dieser Bands gibt es nicht mehr, oder sie werden sich in nächster Zeit auflösen. Du kannst seit Jahren nicht mehr von der „H-800“ Crew sprechen, aber die Erinnerung bleibt.

Clama: Wie siehst du persönlich die Veränderung in der Hardcore Szene?

Josh: Ich bin nie irgendwelchen Trends gefolgt. Ich kam zum Hardcore, weil ich dort eine Reaktion gegen Trends sah. Mit den ganzen heutigen Dresscodes finde ich es schwer, jemandem zu glauben. Tough guys tragen HipHop Marken, Old School Kids tragen ihre Revelation (U.S Label-m.b.) Shirts und All Stars oder Nike Airs. Ich trage die Klamotten und Marken, die ich gut finde, und es ist mir egal, was die anderen denken. Fakt ist, dass es viele kleinere Labels nicht mehr gibt. Alles ist in Händen der großen Labels, und Major Firmen fördern ebenfalls Hardcore Bands. Auch verkaufen sich die Platten nicht mehr so gut wie in alten Tagen. Du kannst jedes Hardcore- und Metalalbum bei Soulseek (Internettauschbörse- m.b.) finden. Wir haben insgesamt ca. 500 Einheiten verkauft, das ist nun aber nur etwas für die großen Bands. Wenn du mit deiner Band schnell nach oben möchtest, musst du viel touren und so viele Shows wie möglich spielen. Allein mit Plattenverkäufen erreichst du heutzutage nichts mehr.

Clama: Du kannst auf eine ganze Menge an „Gastauftritten" zurückblicken. Zum Beispiel bei Legion , Backfire, Tears of blood und Short side hast du dich auf CD verewigt. Magst du diese Jobs?



Josh: Du hast Solid, Mindstep und Rise and fall vergessen. Letztens habe ich sogar eine Gitarrenspur für eine Technoversion von Lanny Krawits „Are you gonna my way" aufgenommen. ja, ich mag solche Gastauftritte sehr. Aber ich tue so etwas nur, wenn ich die Band oder den Künstler mag, für den ich arbeiten soll.

Clama: Von Beginn an wart ihr auf Goodlife Records. Wie war die Zusammenarbeit?



Josh: Wir haben eine sehr gute Beziehung zu Goodlife. Wir waren die erste Band, die das Label gepusht hat. Wir respektieren uns gegenseitig sehr. Wir hatten zwar auch Differenzen und harte Zeiten, haben aber nie daran gedacht, das Label zu verlassen. Auch das Büro ist nur ein paar Kilometer von uns entfernt, so dass wir einen guten Draht zueinander haben, ebenso absolute Kontrolle über Veröffentlichungen und Merchandising.

Clama: Kannst du ein paar Worte über den Deal mit „Wayones guitars“ sagen? Sie haben eine sehr schöne Gitarre für dich gebaut.

Josh: Also, Nick Spoil Engine kam zu mir mit seiner Gitarre, und ich verliebte mich sofort in diese polierte sechsseitige. Diese Gitarre ist so süß zu spielen, einfach unglaublich. Ich kontaktierte Wayones und schickte ihnen unsere CDs. Wir vereinbarten einen Vertrag für unbestimmte Zeit. Zu schade, dass wir uns auflösen, aber diese Gitarre werde ich bis ans Ende meiner Tage spielen, so viel steht fest.

Clama: Du bist ebenso Mitbegründer von Liar, bist aber nach der „Death row earth“ cd dort ausgestiegen. Auch Liar haben sich fast zeitgleich mit Congress aufgelöst. Bist du nicht traurig, wenn sich nun beide Bands aufgelöst haben? Oder denkst du gerne an die Zeit zurück und blickst nach vorne?

Josh: Ja, ich schaue stolz zurück und bin dankbar dafür, dass wir mit Congress 13 und mit Liar drei Jahre im Underground existiert haben. Das können nicht viele von sich behaupten. Wenn deine Band so lange am Start ist, ist es normal, dass du eines Tages aufhörst, deine Inspiration ist weg, die Motivation auch, und du gründest neue Bands mit neuen Leuten. Ich verstehe auch nicht, wie ich es so lange mit den originalen Mitgliedern ausgehalten habe.

Clama: Gibt es in deiner Gegend junge Bands, von denen du denkst, dass sie das Potential haben,congress6_320x200 bekannter zu werden?

Josh: Das alles hängt davon ab, wie motiviert sie sind und welche Pläne sie haben. Wenn sie ihre Berufe und Freundinnen aufgeben und so viel live spielen wie möglich, werden sie ihre Ziele erreichen. Dazu gehört aber auch eine Menge Glück. Die richtige Band am richtigen Ort mit der richtigen Einstellung zu sein, ist sehr schwierig. Bands, die dieses möglicherweise schaffen, sind: Rise and fall, Amen-Ra, The set up und Morda. Diese Kerle leben für ihre Band, und es zahlt sich aus.

Clama: In deinem eigenen Geschäft bist du sehr involviert und hast auch zwei Kinder. Hast du selbst noch Zeit, um auf Konzerte zu gehen? Wo sind deine Prioritäten heutzutage?

Josh: Nun, du hast es gerade aufgezählt: Meine Kinder, Frau und das Geschäft verlangen das meiste von mir, aber ich brauche es, live zu spielen und auf einer Bühne zu stehen. Das ist ein Teil von mir, den du nicht wegnehmen kannst. So bin ich einfach - egal in welcher Band oder welche Art Musik ich spiele. Es ist so aufregend, du kannst kreativ und innovativ sein, und wenn die Leute es mögen, ist es ein unglaubliches Gefühl.

Clama: Was werden wir in Zukunft von dir als Musiker hören? Was hast du für Pläne?

Josh: Ich habe eine neue Band namens " Mens ruin", ich spiele Gitarre und singe auch. Wir spielen Stoner und Hardrock beeinflusste schwere Musik. Vergleichbar mit „Queens of the stoneage“, Danzig“, „Only living witness“, „prong“, „Fireball ministry“ und altem Hardrock wie zum Beispiel „Pries“, „Maiden“ und „Mötley Crue“.

Wir haben ein Demo aufgenommen und werden bald live auftreten. Ich habe auch noch Pläne für eine total schwedische Metalband, habe aber die Zeit und die richtigen Leute dafür noch nicht gefunden.

Clama: Danke dir vielmals für deine Zeit und das Interview.

Josh: Kein Problem Mann, tolle Fragen! Bis bald!

Interview by Marcel Brozeit

www.telenet.be/congress/

www.myspace.com/congresshc
 

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