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Pressure Festival 2006
Freitag, 07 Juli 2006

Neuntausend Hardcore-Kids moshten ein Wochenende lang

 Die Parkanlage rund um die Gysenberghalle füllten vom 23. Juni bis zum 25. Juni Hardcore-Fans aus ganz Europa. Anlass war das fünfte Pressure Festival, das sich wieder als Veranstaltungsort die Eishockey-Halle in Herne gewählt hatte. Mittlerweile hat sich das Pressure Festival als festes Großereignis in der Szene etabliert. Es zieht jedes Jahr zwischen 8.000 bis 10.000 Menschen an. Aus allen Teilen des Dreiländerecks Niederlande, Belgien und Deutschland kamen Anhänger der brachialen Musik zusammen, um ordentlich im Pit zu moshen.

Der WM-Taumel, der Deutschland in diesen Tagen erfasst hat, hatte aber auch Auswirkungen auf das größte europäische Hardcore-Festival. Der erste Tag konnte nicht, wie in den letzten beiden Jahren, in der Gysenberghalle stattfinden. Der Veranstalter Alveran Records musste am Freitag wegen einer Fußball-Liveübertragung in Herne, die die Polizeikapazitäten der Ruhrgebietsstadt restlos überlastete, auf den Soundgarden Dortmund ausweichen. Die Sicherheit hätte in Herne nicht mehr gewährleistet werden können, da die meisten Polizeibeamten im Dienst der Weltmeisterschaft unterwegs waren.




Schwitzen und Moshen in Dortmund

Die enge und verwinkelte Location mitten in der Ruhrpott-Metropole Dortmund war eine schlechte Alternative im Vergleich zur Gysenberghalle. Schnell verwandelte sich der Soundgarden in eine stickige Sauna, in der sieben Bands bei schlechter Soundqualität ihre Songs dem durchgeschwitzten Publikum entgegen schmetterten. Zudem fasste der Soundgarden auch noch weniger Leute. Damit war die Crowd zwangsläufig kleiner als in Herne, aber trotzdem drängten sich die Menschen überall in den Gängen und der Konzerthalle. Das Warten im viel zu heißen Soundgarden entpuppte sich als eine Tortur, weil der Startschuss mit Verspätung fiel.

Der Headliner am Freitag waren As I Lay Dying, die wohl für den großen Auflauf zu Beginn des Festivals vor der Halle verantwortlich waren, der dazu führte, dass einige Besucher die erste Band Embraced By Hatred mehr oder weniger verpassten. Selten hat sich eine Band so feiern lassen, wie die Musiker von As I Lay Dying, aber scheinbar wollte das Publikum genau das haben, weil die Crowd die Band ebenso feierte, wie sie sich selbst. Stage Diver ließen sich in einem nicht enden wollenden Strom von der Bühne in die Massen davor fallen. Im Pit herrschte ständig heftige Bewegung – das Publikum zeigte deutlich, dass es genau wegen As I Lay Dying nach Dortmund gekommen war. Die Band auf der Bühne schien sich ihrer Wirkung ebenso bewusst gewesen zu sein und lieferte eine Show ab, die vor Selbstbewusstsein strotzte.

Most Precious Blood konnte nicht überzeugen. Der schlechte Sound in Dormund ließ die Songs stumpf und abgenutzt klingen. Die Band hat schon intensivere Auftritte erlebt. Dafür, dass sie direkt vor dem Headliner spielten, schafften sie es nicht, ihm an Stimmung und Kraft nur annährend gleichzutun.

Ringworm war durchweg enttäuschend. Lediglich 25 Minuten brachten sie auf der Bühne zu. Der Sound war ein einziger Brei, aber die Reaktionen im Publikum konnten sich sehen lassen. Obwohl der Circlepit, den Ringworm initiierte, nicht die musikalische Leistung der Band widerspiegelte. Dabei ist gerade Ringworm eine von diesen Bands, die jeder einmal unbedingt live gesehen haben sollte.

Damnation AD war weitestgehend nichts sagend. Vielleicht lag es am durchgängig schlechten Sound in der Location oder vielleicht an der Band selbst, trotzdem hinterließen die Show und die Musik der Formation keinen bleibenden Eindruck. Damnation AD wird auf dem Pressure Festival keine neuen Fans hinzu gewonnen haben, aber vielleicht ein paar alte Hörer verloren haben.

Schwierigkeiten mit dem Sound hatte auch Clobberin Time, die es trotz aller Widrigkeiten schafften, ihr neues Album „Dawn Of A New Breed“ gut vorzustellen.

Sie waren zum ersten Mal auf dem Pressure Festival, und der Auftritt war für die Band ein Meilenstein. „Es gab auf dem Pressure Fest Clobberin Times ersten offiziell und schriftlich festgehaltenen Circlepit“, so Sascha Scorpio von Clobberin Time. Direkt bei den ersten Klängen des Intros legte das Publikum richtig los. Bei „Where Are You Now“ zerfleischte sich das Publikum förmlich im Pit. Sogar im Break vom Song „Phoenix“ moshten die Leute weiter.

Als zweites bestieg an diesem Abend ein ganz besonderer Leckerbissen die Pressure Fest-Bühne. Ausgerechnet die Proll-Rapper von SMA – eine Underground Combo, die in der Hardcoreszene viele Fans besitzt – heizten, unterstützt von einer Auswahl verschiedener Ruhrpott-Band-Musiker, dem Publikum ein. Das gefiel auch so weit. Hier und da ein Breakdown. Zwar kein großes Highlight, aber eine gelungene Abwechslung.

Embraced By Hatred hat im Ruhrpott eine große Fanbase, was die sensationelle Resonanz als Opener zeigte. Zur Setlist gehörten Kracher wie „Down To Concrete“ oder das Shattered Realm Cover „All Will Suffer“.

 Endlich wieder in Herne

Der zweite Tag des Festivals konnte endlich wieder in Herne stattfinden. Ohne Verzehrkarten, die im Soundgarden noch nötig waren, konnten sich die Besucher auch draußen von der Hitze und der stickigen Luft in der Halle erholen. Die Parkanlage füllte sich schnell mit tätowierten und gepiercten Jugendlichen, die einen schönen Kontrast zur kleinbürgerlichen Atmosphäre des Gysenbergparks lieferten. Alle Jahre wieder ein fantastischer Anblick und wahrscheinlich auch ein fest einkalkuliertes Ereignis bei den Betreibern der Imbiss- und Getränkestände auf dem Areal.

Madball und Ignite zeigten sich von ihrer gewohnt mitreißenden Seite. Wie ist es von zwei Legenden der Hardcore-Geschichte auch anders zu erwarten? Natürlich machten zwei der größten Hardcore-Bands auf dem größten europäischen Hardcore-Festival ordentlich Furore im Pit. Immer wieder sind Madball und Ignite hörens- und sehenswerte Headliner einer jeden Show, auf der sie auftreten.

Evergreen Terrace hatte großartige Reaktionen im Publikum. Es handelte sich hier um einen waschechten Headliner. Kreischende Mädchen in der ersten Reihe, Pogo-Mosh im Pit und Stage-Diver kamen von allen Seiten. „No Donnie, These Men Are Nihilists“ gehörte mit Sicherheit zu den Highlights der Setlist, aber auch beim Cover „Mad World“ grölte alles lauthals mit. Evergreen Terrace ist zu einer beachtlichen Größe in der Szene angewachsen. Vielleicht etwas zu groß für die Hardcore-Szene.

Purified In Blood aus Norwegen waren vor zwei Jahren noch Fans, die das Pressure Fest besuchten. Letztes Jahr waren sie eine der ersten Bands des Festivals. Im Jahr 2006 sind sie mit ihrem zweiten Full Length im Gepäck eine echte Größe des europäischen Metalcores. Der Auftritt berechtigte den späten Slot am Samstagabend. Gute Stimmung und viel Bewegung war im Moshpit zu Songs wie „The Ultimate Price“, „Unmarked Graves“ oder „Gates of Gehenna“.

Leeway, With Honor und Set Your Goals fielen leider der Fußballweltmeisterschaft zum Opfer. Aber wann ist dieses sportliche Großereignis mal wieder im eigenen Land? Wenn dann noch die eigene Mannschaft, zwar kein sonderlich hartes Spiel, aber zumindest das Achtelfinale gegen die schwedische Mannschaft bestreitet, dann muss selbst das Pressure Festival hinten anstehen. Also, wenn eine Band als direkte Konkurrenz ein derartiges Event hat, dann ist es nicht annährend fair, diese Band für ihren Auftritt zu kritisieren.

Bei Panic stellte sich die Frage, warum diese Band den Platz im Line-Up nach Knuckledust bekam, da Panic an die grandiose Stimmung vom Auftritt von Knuckledust nicht anknüpfen konnte. Die Band schleuderte ihre Songs geradewegs an den Besuchern vorbei, vielleicht traf sie den einen oder anderen auch direkt an den Kopf, aber nicht im positiven Sinne.

Knuckledust war in Hochform. Eine spitzen Band, super Atmosphäre und ein großartiges Publikum. Die absolut besten Reaktionen hatte der Opener „25 Years Dead“ von Knuckledust. Damit hatten sie das Pressure Festival sofort für sich gewonnen.

Misery Speaks ist eine Death Metal Combo aus Münster, verarbeitet aber hier und da auch mal einen Mosh-Part. Ihr Gig gefiel, auch wenn das Auftreten noch nicht so professionell war, so dass sie nicht sonderlich großen Zuspruch beim Publikum fand. Mit dem Titel „Three Times Never“ konnten die Münsteraner aber einige Pluspunkte für sich verbuchen.

Six Ft. Ditch – die mit Abstand angesagteste Band im Beatdown-Bereich – sollte nun also schon recht früh zur Mittagszeit auftreten. Sie übertraf alle Erwartungen. Gewohnt in stampfender und langsamer Manier spielte sie ihre Lieder sauber runter. Der Moshpit war riesig, aggressiv, aber nicht bösartig. Auf kleineren Shows erzielt Six Ft. Ditch in Relation zu den anwesenden Besuchern mehr Wirkung im Pit.

Guns Up, Go It Alone und Allegiance waren astreine Opener für den zweiten Tag des Pressure Festivals. Alle drei Bands hatten einen sauberen und bodenständigen Auftritt, der mangels anwesender Besucher in den frühen Stunden des Tages leider wenig Aufsehen erregte.

Musikalischer Höhepunkt am letzten Tag

Der Headliner der ganzen drei Tage war The Black Dahlia Murder mit ihrem bombastischen Auftritt. Die umstrittene Straight Edge Death Metal Band konnte jeden anderen Auftritt toppen. Mit Brillanz, technischen Fertigkeiten, wie von einem anderen Stern und ganz viel Power zerlegte Black Dahlia Murder ganz Herne in Schutt und Asche. „Funeral Thirst“; „The Horror Cosmic“ und „Apex“ waren nur wenige Highlights des 45-Minuten Sets. The Black Dahlia Murder zeigte, dass auch Death Metal Hardcore-Kids begeistern kann. In der ersten Reihe wippten die Fans extatisch mit den Köpfen zu den eindringlichen Riffs der Band. Den ganzen Auftritt über ließen sich die Fans nach vorne über die Absperrung tragen, um dann nochmal den mühsamen Weg über die Crowd nach vorne anzutreten.

The Haunted war der eigentliche Headliner des dritten Tages, aber sie war dort eher platziert worden, um die Halle möglichst schnell leer zu kriegen. Wo bei The Black Dahlia Murder noch ein großes Publikum die Gysenberghalle füllte, war bei The Haunted nur knapp ein viertel der Besucher geblieben. Drei anstrengende Tage zogen die Leute eher in ihre Autos, als vor die Bühne. The Haunted spielte sich vergeblich die Finger wund.

Darkest Hour hatte eine solche Präsenz auf der Bühne, die jeden, egal ob stehend oder sitzend, in ihren Bann zog. Mit „With A Thousand Words To Say But One“ begann das Set, gefolgt von Mitgröhl-Liedern wie „Epithany“ und „Sound The Surrender“. Diese Herren sind zu Recht an der Spitze der Metalszene und einer der Headliner auf dem Pressure Festival. Ein unerwartetes Higlight war der Auftritt des Drummers Ryan Parrish. Er entschloss sich spontan die Bühne nackt zu betreten, um hinter dem Schlagzeug von der Hitze verschont zu bleiben.

Maroon brachte während ihrer Show zwei Pits im Publikum zustande. Mit alten Songs wie „Endorsed By Hate“, „Chosen Fate“ oder „Still Believe In What Has Fallen Apart“, aber auch mit neuen Songs wie „Wake Up In Hell” oder „24hourhate“, brachten sie die Fans zum Ausrasten. Wen sie nicht zum Moshen bewegten, der bangte mit dem Kopf. Stage Diver ließen sich an jeder Stelle der Absperrung vom Publikum rüber tragen.

Traditionell stand der Auftritt von Raised Fist unter dem Motto: „Fickt die Bude kaputt“.

Sänger Alle rief diesen Aufruf dem Publikum zu, bevor sie so richtig loslegten. Einer der größten Circlepits ging auf die Kappe von Raised Fist.

Bei 35 Bands schafft es nicht jede Band, einen tiefen Eindruck im Gedächtnis der Besucher zu hinterlassen. Cephalic Carage gehörte definitiv dazu.

Narziss ist jene deutsche Metalcore Band, die es schon seit 1999 gibt, die es aber bis heute noch nicht geschafft hat, sich ähnlich wie Caliban oder Heaven Shall Burn im internationalen Hardcore durchzusetzen. Den Grund lieferten sie wieder einmal live. „Nahe der Peinlichkeit“, so einer der Zuschauer, sei der Auftritt gewesen. Selbst im Vergleich zum letzten Jahr gab es zum Beispiel keine Sing-Alongs mehr beim Hit „Gotteskrieger“. Die neuen Songs sind allenfalls dicke Death Metal Songs, aber haben auf dem Pressure Fest nichts zu suchen.

Dead To Fall hatte im Frühjahr 2005 eine nicht ganz so erfolgreiche erste Tour in Deutschland. Grund genug, um sich und ihr neues Album „The Phoenix Throne“ vor einer großen Kulisse vorzustellen. Hits wie „Eternal Gates of Hell“, „Torn Self“ und „Bastard Set Of Dreams” brachten die Fans zum Kochen. Die neuen Songs wie „All Heroes Have Failed Me” und besonders „Guillotine Dream“ sind langatmig und erinnern zu stark an die Vorgängerband der Gitarristen, nämlich Nehemiah, die ihre Riffs bei Opeth geklaut haben.

Rise And Fall schaffte es, wie viele andere Bands auf dem Festival, ebenfalls zu begeistern. „Bottom Feeder“ brachte viel Bewegung ins Publikum. Selbst die langsamen Songs, wie „Stakes Is High“, stießen auf eine gute Resonanz bei den Fans.

Ziemlich früh spielte Nueva Etica, die mit zwei Wall Of Deaths und einem Circlepit, bei dem das Publikum voll mitging, unverdient zu dieser Zeit spielte. Die südamerikanische Moshmaschine, wie sich die Band selber bezeichnet, demonstrierte, dass sie diesen Namen verdient.

Bridge To Solace konnte nicht auftreten, weil sich Gitarrist Adam beim Sport die Hand verletzt hatte. Was bei In Blood We Trust für einen Newcomer abging, war atemberaubend. Nicht zuletzt das Repercussion Cover „Sealed With A Fist“, erzeugte einen der größten Moshpits des Wochenendes. Eröffnet haben die Jungs die Show mit den Worten: „Die meisten kennen uns, die meisten hassen uns, aber trotzdem sind ein paar korrekte Leute gekommen“. Songs wie „Back To Reality“, machten die Show von In Blood We Trust zu einer der besten des Tages.

Bereits seit 1996 gibt es die Band Crowleys Passion, aber zu größerer Bekanntheit hat es die Band bis dato nicht geschafft. Auch auf dem Pressure gehörten sie zu den Openern des Sonntages, und ihre Rolle auf dem Festival übernahmen sie mit Bravour.

Für Maintain war es der erste Auftritt mit ihrem neuen Drummer, der gut über die Bühne ging. Für die frühe Zeit war schon sehr viel los. „Wir hatten eigentlich mit weniger Leuten gerechnet“, so Maintain.

Insgesamt konnte das Pressure mit einer Reihe hochkarätiger Bands aufwarten. Für das nächste Jahr versuchen die Organisatoren, noch mehr exklusive Bands für das Pressure Festival zu bekommen. Auch im nächsten Jahr werden wieder unzählige Hardcore-Kids aus ganz Europa in das Ruhrgebiet pilgern, um dem größten Event in der Szene beizuwohnen.

Autor:David & Matthias
 

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